Hamm - Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind die Grundsätze der Freimaurer, die ihren Weg auch in die Grundsätze der Französischen Revolution gefunden haben. Toleranz und Humanität sind weitere Grundsätze, die die Freimaurer für die Feier ihres 225-jährigen Bestehens in den Mittelpunkt stellten.

Die Hammer Freimaurer sehen die Zeit gekommen, einmal mehr an diese Werte zu erinnern und sich für diese aktiv einzusetzen. Jürgen Edel, Meister vom Stuhl der Hammer Freimaurerloge, begrüßte die etwa 300 Gäste im gut besuchten Saal des Kurhauses mit einem kurzen Rückblick auf die 225-jährige Geschichte, in der stets die gute Tat im Vordergrund der Loge stand. 1791, Hamm war Standort der Kriegs- und Domänenkammer für die Grafschaft Mark und Garnisonsstadt, beschlossen Offiziere und hohe Beamte eine eigenständige Loge zu schaffen. Zunächst trafen sich 13, dann weitere sieben Männer und gründeten die älteste bis heute bestehende Vereinigung Hamms. 
Edel lobte den Einsatz der Freimaurer, die Ideale der Loge einzuhalten und zu vermitteln. „Vielfach wurden diese Ideale erreicht, manchmal blieb es aber auch beim Versuch“, gestand sich der Meister vom Stuhl aber auch Kritik zu. In Zeiten der Intoleranz und dem Vormarsch der Populisten sei die Rückbesinnung und Erinnerung der Freimaurerwerte wichtiger denn je. Er verwies auf das folgende Theaterstück „Ist Nathan weise?“ (Bericht dazu auf Kultur), in denen die Grundgedanken der Aufklärung in das Jetzt übertragen werden und Anlass zur Diskussion bieten soll. 

Als „einen Glücksfall“ für die Stadt Hamm lobte Bürgermeisterin Ulrike Wäsche die Gründung und das Bestehen der Freimaurerloge „Zum Hellen Licht“. Sie bedankte sich in ihrer Rede für das Engagement der Freimaurer für ihre Ideale, die in der 225-jährigen Geschichte weiterhin bestand haben. Es gab und gäbe zwar viele „Verschwörungstheorien“ um die Freimaurer, es lohne sich aber, diese Theorien zu hinterfragen und sich mit dem wirklichen Wesen auseinanderzusetzen. 

Die Loge stehe heute „in der Mitte der Hammer Gesellschaft“ und habe in den vergangenen 225 Jahren ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander und der Stadtentwicklung geleistet. „Ich breche heute Abend einmal die freimaurische Tugend der Verschwiegenheit und benenne das soziale, karitative und kulturelle Engagement der Johannisloge ‘Zum Hellen Licht’.“

225. Stiftungsfest der Loge “Zum Hellen Licht” in Hamm

Den würdigen Abschluss eines rundum gelungenen Festjahrs zum 225-jährigen Stiftungsjubiläum hat die Hammer Loge “Zum hellen Licht” am 11. und 12. November gefeiert. Am Freitagabend hatte die Loge zu einer öffentlichen Veranstaltung in das Kurhaus Bad Hamm mit seiner Theaterbühne eingeladen, am Samstag folgte nach einer Tempelarbeit im Lehrlingsgrad eine Festtafel zusammen mit den Schwestern im Hotel Mercure.

Im Mittelpunkt des Freitagabends stand die Premiere des Thaterstücks “War Nathan weise?” durch das Malteser-Fausttheater, die über 300 Zuschaue rerlebten. Regisseur Norbert Hagen hatte Lessings “Nathan der Weise” in die Moderne übertragen und gemeinsam mit Co-Autor und Hauptdarsteller Peter Lüffe temporeich und mit Wortwitz inszeniert: Nathan ist als Angehöriger der israelischen Botschaft in Deutschland stationiert. Als sein Haus in Tel Aviv von Raketen getroffen wird, kehrt er in seine Heimat zurück und findet seine Tochter Rahel zum Glück unverletzt vor. Zu verdanken hat er das dem erzkonservativen Katholiken von Stetten, der sie nicht nur gerettet, sondern sich auch in sie verliebt hat und sie nun heiraten möchte. Nathans sprichwörtliche Toleranz wird auf eine harte Probe gestellt – und erst als ihn der katholische Patriarch von Jerusalem unter Druck setzt, stimmt Nathan am Ende zu. Vorher muss er sich noch im Verhör mit dem Hamas-Offizier Saladin, einem ehemaligen Friedensforscher, bewähren.

Vorher hatte Jürgen Edel, Meister vom Stuhl, kurz die Geschichte der Loge, die Ziele der Freimaurerei und ihre noch heute gültigen Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz dargestellt. Hamms Bürgermeisterin Ulrike Wäsche bezeichnete es als “Glücksfall”, die Freimaurerloge in Hamm zu haben: “Die Loge steht heute in der Mitte der Hammer Gesellschaft” und habe viele Beiträge zum gesellschaftlichen Miteinander und der Entwicklung der Stadt geleistet.

Rund 60 Brüder der Hammer Bauhütte, zahlreicher befreundeter Logen aus ganz Deutschland und der Partnerloge “Hope” aus Bradford nahmen am Samstag in den Logenräumen an der Festarbeit im I. Grad teil. Viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, das brüderliche Gespräch bei der anschließenden Festtafel im Hotel Mercure zu vertiefen.

Hamm - Höchst willkommen ist die Spende in Höhe von 2250 Euro, die von der Hammer Freimaurerloge „Zum hellen Licht“ und ihrem Verein Kunst-Kultur-Humanität an das Hammer Forum überreicht worden ist. Denn das Geld wird zielgerichtet für die Brandverletztenstation in Eritrea, einem der ärmsten Länder der Welt, eingesetzt.

Deren Betrieb im kommenden Jahr ist angesichts eines Finanzierungsbedarfs von rund 25 000 Euro noch längst nicht gedeckt. Dr. Karl-Adolf Brandt vom Hammer Forum baute die Station 2008 im Krankenhaus in der eritreischen Hauptstadt Asmara auf, nachdem er sich hier bereits seit 1997 um brandverletzte Kinder kümmert.

Er und sein Kollege Dr. Jost Kleigrewe reisen zwei- bis dreimal jährlich nach Eritrea, um sich selbst um die besonders schweren und komplizierten Operationen zu kümmern. Hinzu kommt einmal jährlich eine Materiallieferung per Container. Die Ärzte des Hammer Forums haben die Kollegen vor Ort mittlerweile so gut geschult, dass sie die „normalen“ Operationen durchführen können. „Das ist ein Zeichen dafür, wie nachhaltig wir vor Ort arbeiten“, sagt Volker Knossalla, der kaufmännische Leiter des Hammer Forums.

Beim jüngsten Einsatz seien 52 brandverletzte Kinder innerhalb von vier Tagen operiert worden. Die enorme Zahl kommt zustande, weil in Eritrea Elektrizität Mangelware ist. Stattdessen sind Kerosinkocher und Öllampen im Einsatz, mit denen es immer wieder zu Unfällen kommt. Besonders betroffen davon sind Kinder.

Die Freimaurer-Spende hilft, Flug und Unterbringung der ehrenamtlich tätigen Ärzte des Hammer Forums, den Container-Transport und vor allem die Anschaffung medizinischen Materials zu finanzieren. Benötigt wird vor allem steriles Verbrauchsmaterial wie Brandkompressen und das besonders teure Nahtmaterial: Eine Packung mit 36 Einheiten kostet allein 600 Euro.

Die „krumme“ Summe von 2 250 Euro, die jetzt überreicht wurde, hat symbolischen Charakter: Die Hammer Loge „Zum hellen Licht“ begeht in diesem Jahr ihr 225-jähriges Bestehen, das Hammer Forum gibt es seit 25 Jahren. Das Geld stammt aus dem Erlös des Kartenverkaufs für die Premiere des Stücks „War Nathan weise?“ des Malteser-Fausttheaters, einer Auftragsproduktion des Vereins Kunst-Kultur-Humanität und einer Charity-Veranstaltung der Loge.

Spendenkonten: Sparkasse, IBAN DE33 4105 0095 0004 0701 81; Volksbank: IBAN DE35 4416 0014 0108 5050 00; Stichwort: Eritrea


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